Die 7 KVP Management – Werkzeuge

Die 7 Management Werkzeuge (M7 genannt) unterstützen im Problemlösungsprozess das Finden und Ordnen von Informationen, sowie die Bewertung von Lösungen und die Umsetzung abgeleiteter Maßnahmen. Die M7 KVP Werkzeuge werden nie alle gleichzeitig bei der Problemlösung eingesetzt, vielmehr sind sie problemspezifisch auszuwählen und anzuwenden. Je nach Situation ist die Anwendung eines einzelnen Werkzeugs oder auch mehrerer, aufeinander aufbauender KVP Werkzeuge sinnvoll. In der Literatur sind bisweilen unterschiedliche Definitionen und Zusammenstellungen zu finden, was genau diese sieben Qualitätswerkzeuge sind. Meisten werden jedoch nur andere Bezeichnungen verwendet. Die Anwendungsbereiche der sieben Management Werkzeuge M7 liegen hauptsächlich in der Planungs- und Entwicklungsphase, wo noch kein Zahlenmaterial vorliegt:  Die M7 unterstützen die Problemerkennung, das Finden, Ordnen und Bewerten von Lösungen sowie das Umsetzen der Maßnahmen.  Diese sieben Managementwerkzeuge (Seven New Tools) wurden speziell zu diesem Zweck von der Japanese Union of Scientists and Engineers (JUSE) zusammengestellt. Die sieben Management-Werkzeuge sind ein Bündel von Methoden, die einen Problemlösungsprozess durch die Veranschaulichung und Aufgliederung von Informationen unterstützen. Im Gegensatz zu dem analytischem quantitativen Ansatz der „Q7 – Basic Seven Tools“ ist es das Ziel der M7 – „Seven New Tools“, eine Menge von unübersehbaren qualitativen Informationen, vor allem verbaler Art, zu ordnen.

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Die sieben Management-Werkzeuge im Überblick

1. Affinitätsdiagramm
Sammlung und Ordnung von Ideen, Fakten und Meinungen in grafischer Anordnung. Gruppierung nach thematischer Zusammengehörigkeit.

2. Relationendiagramm
Darstellung von Einflussfaktoren oder Ursachen bezüglich ihrer Zusammenhänge mit einem zentralen Problem oder Idee.

3. Baumdiagramm
Beschreibung von Zusammenhängen zwischen Zielen und Maßnahmen bzw. Mitteln.

4. Matrixdiagramm
Darstellung und Bewertung der Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen mehreren Faktoren.

5. Portfolio
Gegenüberstellung mehrerer Daten z.B. verschiedener Produkte, Preise oder Leistungen im Achsenkreuz (wie z.B. Preis-Leistungsverhältnis).

6. Problem Entscheidungsplan
Erkennung potenzieller Probleme in der Planungsphase und Erarbeitung von vorbeugenden Maßnahmen (Problemvorbeugung bereits in der Planungsphase).

7. Netzplan
Zeitliche Projektplanung und -steuerung (Ermittlung des Kritischen Pfades).

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1. Management-Werkzeug: das Affinitätsdiagramm zur Datenanalyse

Meistens liegt zu einem Thema, bzw. einer Problemstellung, eine große Anzahl ungeordneter und schwer überschaubarer Informationen vor. Das Affinitätsdiagramm hilft hier, die vorliegenden Informationen so zu verdichten und zusammenzufassen, dass eine Grundlage für eine Weiterbearbeitung des Themas geschaffen werden kann.

Mit Unterstützung eines Moderators werden in Teamarbeit Zusammenhänge und Lösungsansätze gesucht und gefunden, um so ein breites und einheitliches Verständnis der Thematik in der Gruppe zu erhalten. Fakten, Ideen und Meinungen aus Brainstorming-Ergebnissen oder Metaplan-Techniken werden zu zusammengehörigen Ideenfamilien (Clustern) unter einem einheitlichen Oberbegriff zusammenführt.

Detaillierte Vorgehensweise:

Bei der Erstellung eines Affinitätsdiagramms wird – in einer Gruppe mit Moderator – das Thema im ersten Schritt möglichst klar und eindeutig beschrieben.

Im zweiten Schritt werden für die Aufgabenstellung relevante Beiträge mit Hilfe von Brainstorming gesammelt. Abhängig vom Thema kann es sich hierbei um Gedanken, Ideen oder bereits um Fakten handeln. Diese Beiträge (sinnvoller Weise max. 40 – 50) werden auf Metaplan-Karten notiert und vom Moderator eingesammelt.

Der Moderator liest die Beiträge nacheinander der Gruppe vor.

Die Aufgabe der Gruppe ist es nun, diese Beiträge thematisch so zu ordnen, so dass eine sinnvolle Anzahl von Clustern (= Gruppen) mit Überschriften gleicher Logik entstehen (ca. 5-10). Nachdem alle Karten zugeordnet sind, werden die Zuordnungen und die Überschriften nochmals überprüft, denn die Überschriften sollten den Inhalt möglichst eindeutig beschreiben.

Anwendungsbeispiel eines Affinitätsdiagramms:

Zuordnung der im Brainstorming gefundenen vermutlichen Ursachen bzw. Einflüsse für die unbefriedigende Situation in einer Organisation.

Anwendungsbeispiel Affinitätsdiagramm

Vor- und Nachteile bei der Anwendung von Affinitätsdiagrammen:

Vorteile:

• Ähnliche problembeschreibende Informationen werden zusammengefasst,
• genaue Problemstellung wird deutlich,
• Meinungen aller Teilnehmer der Sitzung werden berücksichtigt,
• fördert die Konsensbildung im Team.

Strich4Nachteile:

• Aufstellung erfordert Erfahrung bei den Teammitgliedern,
• Ergebnis ist subjektiv und abhängig von der Gruppe,
• bei komplexen Problemen ist Strukturierung schwierig.

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2. Management-Werkzeug: Relationendiagramm zur Datenanalyse

Häufig existieren zu einem Problem unterschiedlichste Sichtweisen, Argumente oder Fakten, die in Wechselbeziehung zueinander stehen.
Mit der Erstellung eines Relationendiagramms gelingt es, diese Wechselbeziehungen herauszufinden und die wichtigsten Ursachen und Wirkungen zu ermitteln, um so eine Grundlage für eine anschließende Lösungsfindung zu erhalten.
Dieses geschieht durch eine geordnete Darstellung von vorhandenen Ursache-Wirkungs-Beziehungen.
Auch unter Berücksichtigung verschiedenster Gesichtspunkte wird so möglich, komplizierte Zusammenhänge strukturiert darzustellen und ein einheitliches Verständnis für eine Problemstellung zu erhalten.

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Anwendung des Relationendiagramms:

Grafische Darstellung eines zentralen Problems und dessen Zusammenhänge mit anderen Faktoren. Es lassen sich komplexe Gedankengänge darstellen.

• Formulierung eines zentralen Problems
• Gruppierung der Randprobleme und Visualisierung der Beziehungsströme

Wechselbeziehungen werden hierarchisch angeordnet, sodass die Ursachen nach erster, zweiter, dritter usw. Ordnung klassifiziert sind. Das heißt Ursache drei führt zur Ursache zwei, diese wiederum zur Ursache eins.

Detaillierte Vorgehensweise:

Die Erstellung des Relationendiagramms erfolgt in einer Gruppe mit einem Moderator. Nach der Klärung der Problem- beschreibung werden die Gesichtspunkte zum gegebenen Problem gesammelt und anschließend auf Karten notiert. Zur Zuordnung und Einstufung der Beziehungen zwischen den Gesichtspunkten werden die Karten durchnummeriert. So gelingt es bei der Abarbeitung möglicher Wechselbeziehungen alle theoretisch möglichen Beziehungen zu überprüfen.

Zu Beginn wird die erste Karte angeheftet und mit der nachfolgenden Karte auf eine mögliche Beziehung überprüft. Existiert eine Beziehung, dann wird diese durch einen Pfeil von der Ursachen-Karte zur Wirkungs-Karte verdeutlicht. Wirken beide Karten sowohl als Ursache als auch als Wirkung aufeinander, so muss überprüft werden, welche Ursache dominant ist.

exclamation_orange_grauREGEL: Es darf nur maximal ein Pfeil in eine Richtung zwischen zwei Karten vorhanden sein. Abschließend werden für jeden Gesichtspunkt die ausgehenden (Ursachen) und ankommenden (Wirkungen) Pfeile gezählt und auf der Karte eingetragen. Die Karten mit den meisten ausgehenden Pfeilen sind Hauptursachen, die Karten mit den meisten ankommenden Pfeilen sind Hauptwirkungen. Daraus kann das weitere Vorgehen für die Problemlösung abgeleitet werden.

Anwendungsbeispiel des Relationendiagramms:

Ermittlung der Ursachen bzw. Einflüsse im Zusammenhang mit der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems.

Anwendungsbeispiel Relationsdiagramm

Vor- und Nachteile bei der Anwendung von Relationendiagrammen:

Vorteile:

• Wechselseitige Verknüpfungen können dargestellt werden,
• eine Gewichtung der Ursachen ist möglich,
• die Vorgehensweise fördert die Kreativität,
• Zerlegung des Gesamtproblems in Teilprobleme,
• Art der Darstellung ist frei wählbar.

Strich4Nachteile:

• Unübersichtlich bei sehr komplexen Problemen,
• die Lösungen sind subjektiv und hängen von der Gruppe ab.

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3. Management-Werkzeug: (Fehler-)Baumdiagramm zur Lösungsfindung

Das Baumdiagramm ist die Methode der Wahl, wenn es darum geht, ein Thema in einzelne Punkte zu untergliedern, um Maßnahmen und Mittel zur Erreichung eines Zieles zu erhalten. Eine aus dem Baumdiagramm abgeleitete präventive Qualitätsmethode stellt die Fehlerbaumanalyse (FTA) dar, bei der die Grundtechnik des Baumdiagramms angewendet wird.

Anwendung des Baumdiagramms:

Ein Hauptproblem wird in logische Untergruppen zergliedert und graphisch dargestellt.

• Aufschlüsseln komplexer Probleme
• Darstellung von Rangordnungen  z. B. bei Pflichtenheften, Kundenproblemen, Kennzahlen oder zur Vorbereitung von Nutzwertanalysen

Durch die Anwendung des Baumdiagramms wird eine geordnete Darstellung einzelner Kriterien möglich, wodurch komplizierte Zusammenhänge vereinfacht und strukturiert werden können.

Detaillierte Vorgehensweise:

Zu Beginn erarbeitet der Moderator das Thema mit dem Team, so dass dies klar und eindeutig ist. In der Gruppe wird daraufhin die erste Ebene des Baumdiagramms erstellt. Diese kann z.B. Ursachen, Tätigkeiten, Teilprozessen oder Aufgaben entsprechen.

Die nächsten Ebenen entstehen durch Präzisierung der Vorgängerebene. Der Bezug von einem Kriterium der Vorgängerebene zu einem Kriterium der Nachfolgerebene wird durch eine Verbindungslinie visualisiert.
Die Anzahl der Ebenen hängt davon ab, wie detailliert das Thema darzustellen ist, um eine Lösung zu finden.

Ein mögliches Ziel kann es sein, einen Prozess so weit zu detaillieren, dass in der untersten Ebene Verbesserungsmaßnahmen für Arbeitsvorgänge gefunden werden können. Nach der Fertigstellung überprüft die Gruppe den so erhaltenen Baum auf Vollständigkeit und Richtigkeit.

Anwendungsbeispiel eines Baumdiagramms:

Ermittlung potenzieller Barrieren bzw. Einflüsse im Zusammenhang mit der Einführung der Gruppenarbeit.

Anwendungsbeispiel Baumdiagramm

Vor- und Nachteile bei der Anwendung von Baumdiagrammen:

Vorteile:

• Schneller Überblick über Primär- und Sekundärkriterien,
• gut strukturierbar,
• Bewertung der Maßnahmen möglich.

Strich4Nachteile:

• Darstellung von wechselseitigen Beziehungen fehlt.

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4. Management-Werkzeug: Portfolio Diagramm zur Lösungsfindung

Sollen in einem Vergleich zwei oder drei Kriterien mehrerer Objekte miteinander verglichen werden, so bietet sich das Portfoliodiagramm an. Dieses Werkzeug hilft bei der Verdichtung großer Datenmengen, da diese übersichtlich grafisch dargestellt werden. Durch diese Art der Visualisierung können die Zusammenhänge der einzelnen Kriterien leicht abgelesen und für alle Objekte können spezifische Ziele abgeleitet werden. Dieses Werkzeug kann in Einzel- oder in Gruppenarbeit angewendet werden.

Anwendung des Portfoliodiagramms bzw. der Portfolioanalyse:

Die Portfolioanalyse wertet die im ersten Schritt erfassten bzw. berechneten Daten durch Darstellung in einem Koordinatensystem (Matrixdiagramm) weiterführend aus.

• Reduzierung von Datenmengen
• Zweidimensionale Darstellung

Mehrere Objekte werden qualitativ gegenübergestellt. Die Objekte werden dabei nach zwei Dimensionen bewertet und in einem Achsenkreuz eingetragen. Aus der Darstellung lassen sich z.B. die Ist-Situation, Entwicklungsmöglichkeiten und angestrebte Ziele für ein Vorhaben ableiten.

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Detaillierte Vorgehensweise:

Nach dem Bestimmen der zu bewertenden Objekte werden die Bewertungskriterien definiert. Diesen Bewertungskriterien müssen im Anschluss Messgrößen und deren Berechnungsweisen zugeordnet werden. Sind einzelne Maßgrößen nicht quantitativ zu bewerten, so können auch qualitative Bewertungsmaßstäbe (z.B. groß, mittel, klein) herangezogen werden. Aus diesen Kriterien wird das Achsenkreuz gebildet.

HINWEIS: Besteht der Wunsch, noch ein drittes Kriterium in der Grafik darzustellen, so kann dies über die Formatierung (z.B. Durchmesser, Farbe) der einzelnen Objekte geschehen. Die absolute Lage der Objekte ergibt sich aus den für sie ermittelten Koordinatenwerte der ersten beiden Kriterien. Die relative Lage der Objekte, im Vergleich zu anderen Objekten (Konkurrenz), ergibt die Wichtigkeit von Maßnahmen
für das eigene Unternehmen.

Vor- und Nachteile bei der Anwendung von Portfoliodiagrammen:

Vorteile:

• Datenmengen können stark reduziert werden,
• erfolgsentscheidende Zusammenhänge werden deutlich,
• grafische Darstellung erleichtert die Kommunikation,
• Vereinfachung der Analyse durch Rechnereinsatz,
• exaktes Berechnungsverfahren.

Strich4Nachteile:

• hoher Recherche- und ggf. Rechenaufwand

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5. Management-Werkzeug: Matrixdiagramm zur Lösungsfindung

Wie bei der Lösungssuche existieren auch bei der Lösungsfindung zu einem Thema oft mehrere Sichtweisen (Dimensionen), die in Wechselwirkung zueinander stehen. Mit Hilfe eines Matrixdiagramms besteht die Möglichkeit, die Kriterien der einzelnen Dimensionen gegenüberzustellen, um damit eine systematische Auflistung der Wechselbeziehungen zu erhalten. Diese Wechselbeziehungen können zusätzlich bewertet bzw. gewichtet werden. Das dabei verfolgte Ziel ist es, durch ein einheitliches Teamverständnis Themenschwerpunkte, Handlungsanweisungen oder Verantwortlichkeiten abzuleiten.

Anwendung von Matrixdiagrammen:

Grafische Darstellung von Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Ausprägungen zweier oder mehrerer Faktoren in Tabellenform.

• Kennzeichnung von Art und Intensität des Zusammenhangs
• Erstellung mittels Flipchart oder Pinnwand oder auch Software

Zwischen Merkmalen bestehende komplexe Wechselbeziehungen werden mit Hilfe eines Matrixdiagramms gefunden und bewertet.

Detaillierte Vorgehensweise:

Zunächst muss das Thema in der Gruppe vom Moderator klar und  eindeutig definiert werden. Daraus abgeleitet werden die Dimensionen in Listen festgelegt, die zu untersuchen sind.

Wie das Beispiel zeigt, ist mit eindimensionalen Tabellen nur eine 1:1-Beziehung darstellbar. Bei der Darstellung einer n:n-Beziehung in einer solchen Tabelle würde die Übersicht vollkommen verloren gehen. Daher bietet es sich hier an, eine zweidimensionale Matrix zu erstellen.

Das Matrixdiagramm erlaubt die übersichtliche Darstellung von n:n-Beziehungen.

Mögliche Formen bzw. Dimensionen einer Matrix:

Aus der Anzahl der Dimensionen und den möglichen (sinnvollen) Wechselwirkungen wird die Matrixform abgeleitet. Die Abbildung zeigt die beispielhafte Matrixformen:

• In der L-Matrix werden zwei Dimensionen miteinander verglichen.
• Die T-Matrix vergleicht eine Dimension mit zwei anderen.
• Mit der Y-Matrix werden drei Dimensionen untereinander verglichen.
• Die X-Matrix bietet die Möglichkeit, vier Dimensionen mit jeweils zwei anderen  Dimensionen zu vergleichen.

Gewichtung der Einträge einer Matrix:

Nach der Auswahl der Matrix folgt das Füllen mit Merkmalen. Dabei sollten nicht zu viele Merkmale pro Dimension ausgewählt werden, da die zu füllende Matrix sonst zu unübersichtlich und zu aufwändig wird.

Die Darstellung der Beziehungen kann über Symbole als Synonyme vereinfacht werden. Mögliche Eintragungen wären: ● / o / ▲ –  für stark / mittel / gering

Die Felder sind dabei immer einzeln auszufüllen. Ein Muster in der Matrix ist nicht von vornherein anzustreben. Ergibt es sich dennoch, können daraus meist Rückschlüsse gezogen werden. Die Abbildung zeigt ein Beispiel für ein ausgefülltes Matrixdiagramm.

Anwendungsbeispiel einer sehr komplexen Matrix:

Das Matrixdiagramm findet z.B. in der Grundmatrix des House of Quality Anwendung. Hier werden die Anforderungen an ein Produkt aus Sicht des Kunden einerseits (Lastenheft) und aus Sicht der Konstrukteure andererseits (Pflichtenheft) aufgezeigt.

Anwendungsbeispiel Matrix

Vor- und Nachteile bei der Anwendung von Matrixdiagrammen:

Vorteile:

• Sehr komplexe und vernetzte Sachverhalte abbildbar,
• trotzdem übersichtlich,
• Gewichtung der Beziehungen möglich,
• Form der Matrix ist variabel.

Strich4Nachteile:

• Hoher zeitlicher Aufwand,
• Gewichtung der Faktoren subjektiv.

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6. Management-Werkzeug: Netzplan zur Realisierung

Die Aufgabe des Netzplans liegt darin, eine übersichtliche Darstellung des zeitlichen Verlaufs eines Projektes zu bieten. Er ermöglicht eine bessere Planbarkeit von Projekten sowie die Möglichkeit der Überwachung, da zeitkritische Vorgänge deutlich werden.

Als Ergebnis ergeben sich die Gesamtdauer des Projekts sowie die Zeitanforderungen für die einzelnen Vorgänge und deren früheste (bzw. späteste) Anfangs- und Endzeitpunkte. Aus dieser Aufstellung wird auch ersichtlich, welche Projektschritte parallel durchgeführt werden können, um so durch Verkürzung von Vorgängen einen Effekt auf die Gesamtdauer des Projekts zu erreichen.

Anwendung der Netzplantechnik:

Optimale zeitliche Planung, Steuerung und Überwachung von Projekten, indem das Gesamtprojekt in einzelne Aktivitäten mit definierten Anfangs- und Endterminen zerlegt und grafisch dargestellt wird.

• Kontrollpunkte und Meilensteine können festgelegt werden
• Kritischer Pfad = Tätigkeitsabfolgen ohne Zeitpuffer kann ermittelt werden

Einzelne Vorgänge eines Projektes, die z. T. gegenseitig voneinander abhängen können, werden in eine zeitliche Reihenfolge gebracht und grafisch dargestellt.

Detaillierte Vorgehensweise:

Ein Netzplan kann in Einzel- oder Teamarbeit erstellt werden. Dazu werden zunächst alle zur Bearbeitung des Projekts notwendigen Vorgänge gesammelt und auf Karten notiert. Der Netzplan wird danach von links nach rechts erstellt.

Ausgehend von der Startkarte werden in der nächsten Reihe rechts davon Vorgänge angebracht, die zu Projektbeginn stattfinden können. Die nächste Reihe enthält die Vorgänge, die nach Abschluss der ersten Reihe stattfinden können usw.. Dies erfolgt solange, bis alle Vorgänge erfasst sind. Analog zur Startkarte wird ganz rechts auch eine Endkarte angebracht. Verbindungspfeile verdeutlichen den zeitlichen Zusammenhang zwischen Vorgängern und Nachfolgern. Nachdem dieser Plan komplett erstellt ist, wird
zu jedem Vorgang die Zeitdauer auf der Karte vermerkt.

Wenn alle FAZ und FEZ berechnet sind, wird von rechts nach links zurückgerechnet, um die spätesten Endzeitpunkte (SEZ) und die spätesten Anfangszeitpunkte (SAZ) für jeden Vorgang zu bestimmen. Alle errechneten Zeitpunkte werden auf Karten notiert. Mit diesen Informationen ist es nun möglich den kritischen Pfad zu ermitteln: Auf dem kritischen Pfad liegen alle Vorgänge, für die gilt: FAP = SAP und FEP = SEP. Mit Hilfe dieser Information können Verzögerungen des Projektes durch Engpässe vermieden werden.

Logik der Vorwärtsrechnung:

Der früheste Anfangszeitpunkt FAZ eines Vorganges  wird festgelegt, wenn für seine unmittelbaren Vorgänger die frühesten Endzeitpunkte FEZ bekannt sind.

Der größte dieser FEZ ist gleich dem gesuchten FAZ, denn der Vorgang darf beginnen, sobald der letzte seiner Vorgänger beendet ist. Kennt man den FAZ eines Vorganges und addiert dazu seine Dauer D, so erhält man den frühesten Endzeitpunkt FEZ.

Die Vorwärtsrechnung durchläuft in dieser Weise den Netzplan vom Start zum Ziel.

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Logik der Rückwärtsrechnung:

Der späteste  Endzeitpunkt SEZ eines Vorganges wird erst  festgelegt, wenn für alle
seine unmittelbaren Nachfolger die spätesten Anfangszeitpunkte SAZ bekannt sind.

Der kleinste dieser SAZ ist gleich dem gesuchten SEZ, denn der Vorgang muss
spätestens dann beendet sein, wenn sein erster Nachfolger beginnt. Kennt man den
SEZ eines Vorganges und subtrahiert davon seine Dauer D, so erhält man seinen SAZ.

Die Rückwärtsrechnung durchläuft so den Netzplan vom Zielvorgang her zum Startvorgang. Die Rückwärtsrechnung wird auch RETROGRADE RECHNUNG genannt.

Ermittlung des kritischen Pfades:

Alle Vorgänge, bei denen FAZ = SAZ und FEZ = SEZ sind, sind Vorgänge auf dem „kritischen Pfad“, d.h. eine Verzögerung bei einem dieser Vorgänge bewirkt auch eine Verzögerung im Gesamtprojekt (entsprechend auch eine Verkürzung). Dieser kritische Pfad kann auch farbig hervorgehoben werden.

Ermittlung der kritischen Pfade

 

Vor- und Nachteile bei der Anwendung von Netzplänen:

Vorteile:

• Termineinhaltung gut überprüfbar,
• identifiziert den „kritischen Pfad“,
• motiviert zu strukturierter und genauer Projektplanung,
• Darstellung von wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Arbeitspaketen.

Strich4Nachteile:

• Zeitlicher und personeller Aufwand für die Erstellung,
• unübersichtlich bei umfangreichen Projekten,
• unübersichtlich bei sich wiederholenden Tätigkeiten (Schleifen).

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7. Management-Werkzeug: Problem-Entscheidungsplan zur Realisierung

Bei der Projektarbeit können Probleme und Fehler auftreten. Der Problem-Entscheidungsplan stellt dabei eine Hilfe dar, diese möglichen Schwierigkeiten im Voraus zu sammeln und präventiv Gegenmaßnahmen festzulegen, um so einen schnellen Überblick über das notwendige Vorgehen zu erhalten. Somit kann eine Zielerreichung auch beim Eintritt ungünstiger Umstände gewährleistet werden.

Anwendung von Problem-Entscheidungsplänen:

Möglicherweise auftretenden Schwierigkeiten wird bei der Umsetzung einzelner Teilschritte einer Lösung vorgebeugt, indem im Voraus Maßnahmen festgelegt werden.

• Suche möglicher Probleme und Störungen mittels Brainstorming
• Bewertung und Auswahl der Maßnahmen

Die graphische Darstellung der Zusammenhänge möglicher Schwierigkeiten ermöglicht einen schnellen Überblick über das notwendige Vorgehen.

Detaillierte Vorgehensweise:

Durch das Team und den Moderator wird das zu erreichende Ziel konkretisiert. Zu diesem Ziel werden innerhalb der Gruppe die dafür notwendigen Tätigkeiten abgeleitet. Dies kann ggf. mittels eines Baumdiagramms geschehen.

Um nun präventiv Fehlern vorzubeugen, werden zu diesen Tätigkeiten, entlang der Prozesskette, alle möglichen Schwierigkeiten gesammelt (z.B. mit Hilfe von Brainstorming) und dazu Gegenmaßnahmen erarbeitet.

Sind alle Vorgänge ermittelt und Gegenmaßnahmen erarbeitet, so werden diese bewertet und die wirksamsten Problemlösungen (bereits schon vor dem Auftreten des Fehlers) implementiert.

Anwendungsbeispiel eines Problem-Entscheidungsplans:

Problem-Entscheidungsplan zur Vermeidung von Problemen im Rahmen der Konzeption eines Versandvorgangs.

Anwendungsbeispiel Problem-Entscheidungsplan

Vor- und Nachteile bei der Anwendung von Problem-Entscheidungsplänen:

Vorteile:

• Schneller Überblick,
• Erfassung aller Maßnahmen,
• gute Strukturierung für Planung,
• Bewertung möglich.

Strich4Nachteile:

• Keine Darstellung von Wechselbeziehungen.

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